Freitag, 13. April 2018

swissbib stellt sich vor: Beat Mattmann

In einer neuen Artikel-Serie stellen sich die Köpfe hinter swissbib kurz vor. Den Beginn macht das «Küken» in der Runde: Beat Mattmann hat die Aufgabe der Projektkoordination erst im Februar diesen Jahres von seinem Vorgänger, André Golliez, übernommen.

Wer bin ich?

Porträt Beat Mattmann
 Für lange Biografien bin ich noch zu jung (Jahrgang 1988). Ursprünglich Absolvent einer Berufslehre in der Software- und Hardwareentwicklung von Industrieelektronik habe ich recht schnell ins Bibliothekswesen gewechselt und an der HTW Chur den I&D-Bachelor mit Schwerpunkt Archivwissenschaft gemacht. Meine ersten Jahre verbrachte ich in der Handschriftenabteilung der Universitätsbibliothek Basel, wo ich einerseits die Erschliessung der Archivbestände und Sammlungen geleitet, andererseits die Tätigkeiten des Verbundes HAN koordiniert habe (inkl. viel Regelwerksarbeit und Metadatenbereinigungen). Im Herbst vergangenen Jahres bin ich dann wieder back to the roots in die IT gewechselt – fürs Forschungsdatenmanagement, die digitale Langzeitarchivierung und swissbib.

Was ist meine Funktion bei swissbib?

Als Koordinator bin ich primär für Strategie und Finanzen zuständig. Zu Projektzeiten (bis Sommer 2018) steht das regelmässige Controlling von Konto und Finanzen im Fokus, das Reporting an das swissuniversities-Programm P-5 – aber auch die Kontrolle von Einnahmen und Ausgaben von Kooperationsprojekten. Nicht unbedingt mein liebster Zeitvertreib, doch zum Glück fällt diese Aufgabe mit der Integration des Betriebs von swissbib in die Universitätsbibliothek Basel ab Sommer 2018 mehrheitlich weg. Viel spannender ist die strategische Ebene: Mit dem Lenkungsausschuss und dem Team gilt es, die Entwicklungsstossrichtung bis 2021 (Einführung SLSP) und darüber hinaus zu klären und anschliessend in Scrum ins Backlog zu übersetzen. In Scrum übernehme ich die Rolle des Product Owners. Spannend, wenn auch komplex und teilweise noch auf recht hoher Flughöhe ist die Zusammenarbeit mit SLSP. Wir würden sie gerne bei der Datendedublierung und -migration in Ex Libris Alma unterstützen. Mit seiner jahrelangen Erfahrung ist das swissbib-Team dafür in einer prädestinierten Position. Für meine Aufgabe habe ich immer wieder das Bild eines «Bulldozers» vor Augen, der vorangeht, die Rahmenbedingungen klärt und damit Raum für Kreativität und Innovation für das Team schafft – Raum, der gerade bei knappen Projektressourcen wichtig und sehr wertvoll ist.

Was reizt mich besonders an meinen Aufgaben?

Auch wenn ich noch nicht so lange dabei bin, so reizt mich doch die Chance und gleichzeitig grosse Herausforderung, dieses tolle Produkt koordinieren zu dürfen. Die allermeisten Nutzer von swissbib sehen nur die grüne, orange oder blaue Suchoberfläche. Darin unterscheidet sich swissbib eher wenig von diversen anderen Katalogen und Suchmaschinen im Web. Die Stärke liegt unter der Motorhaube. Von technischer Einführung über Dokumentation und regelmässigen Scrum-Reviews bis hin zu Webinaren lerne ich die Technologien dahinter immer mehr kennen. Hatte ich zu Beginn noch den Eindruck, swissbib sei «nur» ein Metakatalog, so merke ich doch immer mehr, wie viel Innovation, Überlegung und jahrelange Erfahrung dahinter steckt. Auch die Übergangsphase zu SLSP ist ein spannendes Entwicklungsumfeld. Wohin soll es gehen? Wie bringt man die verschiedenen Bedürfnisse und Wünsche unter einen Hut, gerade auch diejenigen von kleineren Institutionen, die von SLSP vielleicht eher wenig profitieren können?

Was gefällt mir an swissbib, wo sehe ich noch Verbesserungspotential?

Mir gefällt die Einheitlichkeit und Schlichtheit des swissbib-Katalogs. Ausgehend von einer einfachen Suchoberfläche gelangt man immer tiefer in die Bestandsverzeichnisse der rund 970 verzeichneten Institutionen. Auch wenn ich mich vor einigen Jahren mit der offiziellen Umstellung vom alten Aleph-OPAC des IDS Basel Bern zu swissbib Basel Bern etwas schwer getan habe, so möchte ich den neuen Katalog heute nicht mehr missen und schätze die Möglichkeit der Facetten, insbesondere für die beherbergende Institution, die ich mir auch als Favoriten in meinem Account einstellen kann. Oft finde ich digitalisierte Inhaltsverzeichnisse oder sogar Volltexte (wobei hinsichtlich Usability der e-Medien die Verlage teilweise noch einiges nachbessern dürften). Und falls nicht, so kann ich das Medium doch mit wenigen Klicks bestellen. Das artet immer wieder mal in eine «Bestellorgie» aus. Auch die Implementierung von hierarchischen Anzeigen für bspw. historische Bestände begrüsse ich sehr.

Leider finden sich in der Ergebnisliste ab und zu noch dublette Einträge, wobei ich das Gefühl habe, dass das im Laufe der letzten Jahre deutlich abgenommen hat. Als bild-affiner Mensch würde ich mir auch mehr Buchcovers wünschen oder Neuerwebungslisten von Bibliotheken zu bestimmten Themen. Nicht alles davon kann aber swissbib alleine realisieren, da der Katalog immer noch primär die Daten der Bibliotheksverbünde aggregiert. Zuletzt würde ich mir auch Weiterentwicklungen unter der Haube wünschen – umfangreiche statistische Auswertungen, die wiederum in die Verbesserung der Suchqualität fliessen könnten, ein optimiertes Relevanzranking, die Einbindung von neuen Datenquellen – historische Bestände, Archive, Forschungsdaten. Ich habe das Gefühl, da gäbe es grosses Potenzial.

Wo sehe ich swissbib nach 2021?

Dass swissbib in irgendeiner Form in SLSP übergehen wird, ist mehr oder weniger definitiv. Die Frage ist jedoch, welche Funktionalitäten in welcher Form integriert werden. Klar ist wohl, dass Ex Libris Primo künftig die Rolle der Katalog-Oberfläche von SLSP übernehmen wird. swissbib hat aber über die Oberfläche hinaus Erfahrungen und Stärken, die sich in verschiedener Hinsicht weiternutzen lassen – und auch unbedingt weitergenutzt werden müssen! Sei es im Bereich des Forschungsdatenmanagements, Big oder Linked Open Data, als «Daten-Vermittler» zwischen Archiv, Bibliothek und Museum oder als «Daten-Knetmaschine» hinter SLSP. Ich versuche mich im Moment geistig noch möglichst offen zu halten. Gleichwohl werden dieses Jahr mehrere swissbib-interne Meilensteine anstehen, um diese künftige Vision zu erarbeiten. Da erhoffe ich mir viel visionären Input von den System- und Datenspezialisten von swissbib.

Freitag, 6. April 2018

Kurzbericht zur Nutzerumfrage 2017 / Résumé de notre sondage 2017 auprès des utilisateurs

Deutsche Version Version française

Quick Facts

  • Die Umfrage war während 48 Tagen aufgeschaltet (vom 6.11.2017 bis zum 24.12.2017)
  • Die Umfrage wurde 1254 Mal aufgerufen und 1087 Mal vollständig ausgefüllt
  • An der Umfrage nahmen 569 Bibliothekar_innen, 199 Personen aus Lehre und Forschung, 197 Studierende, 96 Andere, 26 Personen ohne persönlichen Angaben teil
  • 42% der Umfrageteilnehmer_innen haben im Freitextfeld ihr Feedback zu swissbib gegeben
  • 780 Antworten wurden auf Deutsch, 240 auf Französisch, 46 auf Englisch und 21 Antworten auf Italienisch gegeben
  • Rund 93% aller Benutzenden sind zufrieden mit swissbib

Wie zufrieden sind die Benutzer_innen mit swissbib und woher kommen sie?


Generelle Zufriedenheit der Nutzer_innen mit swissbib
Illustration 1: Generelle Zufriedenheit der Nutzer_innen mit swissbib

Zufriedenheit der Nutzer_innen mit swissbib nach Nutzergruppen
Illustration 2: Zufriedenheit der Nutzer_innen mit swissbib nach Nutzergruppen

Geografisch gaben die meisten Teilnehmer_innen ihren Arbeits- oder Studienort mit Bern (260 Antworten), Zürich (209 Antworten), Basel (97 Antworten) oder Genf (82 Antworten) an. Durchwegs sind Bibliotheksmitarbeitende am stärksten vertreten, insbesondere in Zürich (124 von 209 Antworten) und Genf (63 von 82 Antworten), während in Bern und Basel auch Studierende und Personen aus Lehre und Forschung rege teilgenommen hatten.

Interessant ist die Aufschlüsselung der Zufriedenheit nach «Berufsgruppen». Von den Bibliotheksmitarbeitenden sind nur gerade 7 % aller Teilnehmenden unzufrieden oder sehr unzufrieden. Personen aus Lehre und Forschung sind mit insgesamt 10 % am unzufriedensten (wobei die Unzufriedenheit bei solch tiefen Werten eher relativ ist), die Studierenden mit nur gerade 5 % sind am wenigsten unzufrieden.

Wie oft verwenden die Benutzer_innen swissbib und in welcher Form?


Häufigkeit der Verwendung von swissbib als Suchinstrument
Illustration 3: Häufigkeit der Verwendung von swissbib als Suchinstrument

Die Nutzung von swissbib zeigt sich vor allem in täglicher oder wöchentlicher Frequenz. Interessant ist der Vergleich mit den Angaben zur häufigsten Katalognutzung. Hierbei haben wir eine Liste möglicher Kataloge (swissbib, aber auch RERO, NEBIS, Helveticat, ETH-Wissensportal, Alexandria oder Google Scholar) angegeben, bei der ein Eintrag ausgewählt werden konnte. 9 Personen haben im Freitext-Feld zudem angegeben, dass sie bevorzugt die View jusbib von swissbib benutzen.

  1. swissbib (grün): 394 Nennungen
  2. swissbib Basel Bern (orange): 221 Nennungen
  3. RERO: 129 Nennungen
  4. NEBIS: 122 Nennungen
  5. Andere: 91 Nennungen
  6. Rechercheportal Zürich: 53 Nennungen
  7. ILUplus: 22 Nennungen
  8. Helveticat: 13 Nennungen
  9. HSG-Recherche: 12 Nennungen
  10. ETH-Wissensportal: 11 Nennungen
  11. Alexandria: 8 Nennungen
  12. Google Scholar: 6 Nennungen
  13. Catalogo sbt: 4 Nennungen

Wir haben auch gefragt, wann swissbib genutzt wird. Der Schweizer Metakatalog ist ein gesuchtes Produkt: 38 % der Teilnehmenden nutzen swissbib als Erst-Suchsystem, immerhin weitere 37 % wechseln zu swissbib, wenn sie in ihrem lokalen Bibliothekssystem nichts gefunden haben.

Ab wann wird swissbib als Suchinstrument eingesetzt?
Illustration 4: Wann wird swissbib als Suchinstrument eingesetzt?

Fazit

Positiv überrascht hat uns die durchwegs hohe Zufriedenheit der Teilnehmenden mit swissbib. Natürlich sind wir persönlich Fans unseres Produkts. Dass sich diese Zufriedenheit in diesem Ausmass auch auf unsere Benutzer_innen überträgt, freut uns ausserordentlich und dafür bedanken wir uns herzlich.

Die hohe Beteiligung der Bibliotheksmitarbeitenden dürfte primär den Publikationswegen der Umfrage geschuldet sein. Die Zugriffswege konnten in 721 Fällen eindeutig festgestellt werden, wobei die Mehrheit via swissbib-Webseite (631 Fälle) kam, einige aber auch über den swiss-lib Newsletter (78 Fälle). Eine weitere Erklärung könnte auch sein, dass swissbib unter den Bibliothekaren einen gewissen Wert als Arbeitsinstrument besitzt. An der Stelle eine Information, die laut den Feedbacks in der Umfrage anscheinend nicht allen bekannt ist: der Metakatalog swissbib und die swiss-lib-Mailingliste haben nichts miteinander zu tun.

Sehr viele Teilnehmende hinterliessen uns ein zusätzliches Feedback (42 % aller Personen haben im Freitextfeld eine Rückmeldung, Lob, Kritik oder Verbesserungsvorschläge notiert). Diese reichen von einfachem Lob («Ich wüsste tatsächlich nichts, was man an diesem mir schon sehr ans Herz gewachsenen System ändern sollte. Toll!») über humorvolle («Ein Kaffeeautomat am Eingang (grins)») oder wohl ernster gemeinte Verbesserungsvorschläge («schön wäre es natürlich, direkt aus Swissbib ein Buch bestellen zu können, ohne in den lokalen Katalog umzuschalten! Aber das wird wohl erst mit SLSP kommen... ») bis hin zu – durchaus berechtigter – Kritik («Les données sont parfois à double, mais j'imagine que c'est difficile de réussir à identifier toujours les notices entre divers catalogues.»). In den kommenden Wochen werden wir uns ausgiebig der Vielzahl an Freitextkommentaren widmen und mögliche Verbesserungsmassnahmen daraus ableiten.